Lokale News

Wallis: Unia fordert umgehende Schliessung der Baustellen

RRO - 23. März 2020 - 11:26
Zum Schutz der Bauarbeiter fordert die Gewerkschaft Unia, Region Wallis, den Staatsrat auf, umgehend die Baustellen zu schliessen.

Die Gewerkschaft Unia, Region Wallis, fordert den Staatsrat auf, umgehend die Baustellen zu schliessen. Denn: Die Massnahmen des Bundesamts für Gesundheit BAG zum Schutz der Arbeiter auf den Baustellen seien unmöglich einzuhalten. Deshalb hätten verschiedene Kantone beschlossen, die Baustellen zu schliessen. Im Kanton Genf blieben die Baustellen bis auf Weiteres geschlossen. Die Waadtländer Kantonsregierung hätten alle Baufirmen und Industriebetriebe verpflichtet, die Arbeit einzustellen, sofern die Massnahmen vom BAG nicht eingehalten würden. Der Kanton Tessin schliesse praktisch alle Baustellen und Industriebetriebe, die nicht lebensnotwendige Güter produzieren würden. Zum Schutz der Bauarbeiter ruft die Gewerkschaft Unia den Staatsrat auf, umgehend alle Baustellen im Kanton zu schliessen.Die Gewerkschaft schreibt weiter in ihrer Mitteilung, dass schon seit Beginn der letzten Woche immer deutlicher geworden sei, dass die Massnahmen und Empfehlungen von Bund und Kanton zum Schutz gegen die Corona-Pandemie auf den Baustellen nicht eingehalten würden. "Weil die verordneten Massnahmen schlicht und einfach nicht umsetzbar sind", ist Unia überzeugt. Hinzu käme, dass es auf den Baustellen faktisch keine Kontrollen gebe. Nachdem die Suva angekündigt habe, die Kontrolle auf den Baustellen durchzuführen, stünden dem Kanton Wallis für die Kontrolle sämtlicher Baustellen gerade einmal eine Person zur Verfügung. Das sei "eine völlig absurde Situation", so die Gewerkschaft. Mit dieser Praxis würden die Bauarbeiter einem grossen Gesundheitsrisiko ausgesetzt. Und wegen der extrem hohen Ansteckungsgefahr des Coronavirus gerieten auch die Angehörigen der Bauarbeiter in Gefahr.Zum Schutz der Bauarbeiter und ihren Angehörigen verlangt die Gewerkschaft Unia von der Walliser Regierung dem Beispiel der Kantone Waadt, Genf und Tessin zu folgen und die Baustellen im Kanton umgehend zu schliessen./wh
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Brigerbad/Lalden: Mit Filtern Benzidineinleitung in Rotten begrenzen

RRO - 23. März 2020 - 10:59
Das abgepumpte Grundwasser der 3. Rottenkorrektion zwischen Brigerbad und Lalden muss aufgrund des Benzidinvorkommens vor der Einleitung in den Rotten behandelt werden. Es kommen Filter zum Einsatz.

Im Rahmen der 3. Rottenkorrektion R3 muss das zwischen Brigerbad und Lalden zur Stabilierung des Grundwasserspiegels abgepumpte Grundwasser vor der Einleitung in den Rotten behandelt werden. Hierfür braucht es einer Bewilligung durch die Dienststelle für Umwelt, wie der Kanton in einer Mitteilung schreibt. Denn Ende 2018 wurde im Grundwasser der Deponie Gamsenried und in ihrem Abstrom der krebserregende Schadstoff Benzidin nachgewiesen. Daraufhin hat die Dienststelle für Umwelt dem Kantonalen Amt Rhonewasserbau unter Auflagen eine befristete Einleitbewilligung für das Jahr 2019 erteilt. Zudem wurden weitere Analysen eingeleitet und ausgewertet. In Abstimmung mit dem Bundesamt für Umwelt wird das gepumpte Grundwasser in der Einleitbewilligung 2020 als verschmutztes Abwasser eingestuft und muss behandelt werden, bevor es in den Rotten eingeleitet wird. Durch die Behandlung soll die eingeleitete Menge Benzidin minimiert werden. Dabei werden die technische Machbarkeit und die Verhältnismässigkeit berücksichtigt. Nach Behandlung, darf in keinem Fall, die Fracht von Benzidin für den gesamten Pumpbetrieb den Maximalwert von 960 Milligramm Benzidin pro Tag überschreiten.Das Kantonale Amt Rhonewasserbau seinerseits sieht vor, seine Pumpbrunnen mitFiltern auszurüsten. Der Benzidinaustritt soll dadurch so weit wie möglich begrenztwerden. Tests werden an mehreren Pumpbrunnen durchgeführt. Bewährt sich dasVerfahren, entscheidet der Kanton im Einvernehmen mit dem Bund darüber, wieviele Brunnen mit Filtern ausgerüstet werden sollen. Es gilt hierbei dieVerhältnismässigkeit von Kosten und Nutzen der vom Bundesamt für Umwelt Bafu verlangten Massnahmen zu wahren. Für alle Anlagen wurde bereits eine Offert-Ausschreibung gestartet.Der Kanton hält fest, dass neben den eingeleiteten Massnahmen zur Behandlung des verschmutzten Abwassers die Ausbreitungsmechanismen von Benzidin im Abstrombereich der Deponie Gamsenried genauer untersucht werden./wh
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60 Prozent der Böden sind saniert

http://www.1815.ch - 23. März 2020 - 10:30
Oberwallis | Die nächste Etappe der Quecksilbersanierungen startet Ende März im Quartier Visp West. Die Sanierung der mit Quecksilber belasteten Böden in den Siedlungsgebieten ist seit 2017 in vollem Gange: mehr als 60% der sanierungsbedürftigen Parzellen sind bisher saniert worden.
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Das Wallis ist ein sicherer Ort

http://www.1815.ch - 23. März 2020 - 10:25
Wallis | Die vom Bundesamt für Statistik veröffentlichte Kriminalitätsstatistik 2019 zeigt, dass das Sicherheitsniveau im Wallis weiterhin hoch ist.
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Brig-Glis: Ein kleiner Lichtblick im Corona-Stress

RRO - 23. März 2020 - 10:22
Das SMZO und seine Mitarbeitenden sind in der derzeitigen Corona-Krise stark gefordert. Eine kleine Abwechslung brachten da die rro-Montagsberliner von der Shell Tankstelle in Glis.

Die rro-Montagsberliner gingen diese Woche ins Sozialmedizinische Zentrum Oberwallis SMZO in Brig. Die Mitarbeitenden sind in der jetzigen Corona-Krise sehr stark gefordert. Umso wichtiger, den Mitarbeitenden in dieser stressigen Zeit eine Freude zu machen. Das geschah am Montag mit den rro-Montagsberlinern von der Shell Tankstelle in Glis.Die Überraschung ist gelungen, wie Christine Rovina von der Abteilung Spitex Hauswirtschaft und Betreuung bestätigte. So eine Unterstützung in schweren Zeiten täten ihr und dem Team sehr gut.Wer ebenfalls mit rro-Montagsberlinern in die Woche starten möchte, kann sich anmelden. Und vielleicht bringt rro das süsse Z'nini mit Konfitüre schon bald zu euch./wl
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Visp: Nächste Etappe von Quecksilbersanierung gestartet

RRO - 23. März 2020 - 10:09
Im Quartier Visp West ist die nächste Etappe der Quecksilbersanierung gestartet. Von den Massnahmen sind elf Parzellen betroffen. Die Sanierung sollte Ende Mai abgeschlossen sein.

Lonza setzt die Quecksilbersanierung von Siedlungsgebieten seit 2017 um. Gemäss einem definierten Plan werden die Arbeiten jeweils alternierend in Quartieren von Visp und Raron ausgeführt. Nach Angaben des Unternehmens sind bislang mehr als 60 Prozent der sanierungsbedürftigen Parzellen saniert worden.Entsprechend der Gesamtplanung werden die Sanierungsarbeiten nun in einer nächsten Etappe in der Gemeinde Visp fortgesetzt, wie Lonza mitteilt. Nachdem 2019 die betroffenen Flächen in Visp Süd behandelt worden waren, wird der Fokus jetzt auf das Gebiet Visp West gerichtet. Die Arbeiten haben heute Montag begonnen. Betroffen sind in diesem Gebiet insgesamt elf Parzellen; die maximale Belastung beträgt im Durchschnitt rund 10 Milligramm Quecksilber pro Kilogramm Boden. Die Sanierung sollte bis Ende Mai abgeschlossen sein. Anschliessend folgt auch hier die Instandstellung grösstenteils bis im Sommer. Wie es weiter heisst, werden im Zusammenhang mit den Quecksilberbelastungen zudem, gemäss dem von der Dienststelle für Umwelt bewilligten Pflichtenheft, ergänzende Bodenuntersuchungen in den landwirtschaftlichen Zonen zwischen Visp und Raron durchgeführt. Konkret sollen die Flächen eingehender auf Quecksilber beprobt werden, die aufgrund der Resultate der bisher durchgeführten Untersuchungen eine erhöhte Belastungswahrscheinlichkeit aufweisen. Diese Quecksilberuntersuchungen werden etappenweise durchgeführt. Eine erste Etappe findet von heute Montag bis Freitag statt. Danach folgen in den kommenden Monaten weitere Untersuchungsetappen, um die Quecksilberbelastungen weiter eingrenzen zu können.Das Unternehmen hält fest, dass Verzögerungen infolge von allfälligen Massnahmen zur Bekämpfung von Covid-19 vorbehalten seien./wh
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Die Gemeinde bietet bei Bedarf Versorgungsdienste

http://www.1815.ch - 23. März 2020 - 10:08
Am Beispiel des «grössten Walliser Dorfes» wird aufgereiht, in welchen Bereichen die Gemeinden durch das Coronavirus überall gefordert sind.
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Sitten: Das Wallis ist ein sicherer Kanton

RRO - 23. März 2020 - 8:54
Das Sicherheitsniveau im Wallis ist weiterhin hoch. Das zeigt die Kriminalitätsstatistik 2019. Die Zahl von Raubüberfällen und Einbrüchen fällt im nationalen Vergleich tief aus.

Die Kantonspolizei Wallis zieht zum vergangenen Jahr punkto Sicherheit eine erfreuliche Bilanz und stützt sich dabei auf die vom Bundesamt für Statistik veröffentlichten Daten.Im Jahr 2019 wurden im Wallis 16'838 Straftaten registriert, wie es in einer Mitteilung heisst. Davon beziehen sich die Straftaten nach dem Strafgesetzbuch auf 11'771. 2012 bezifferten sich diese Widerhandlungen auf 18'368. So wurde beispielsweise von 100 Raubüberfällen, welche im vergangenen Jahr in der Schweiz begangen wurden, einer im Wallis verzeichnet. Von 100 Einbrüchen, die 2019 in der Schweiz begangen wurden, fielen drei auf unseren Kanton.Im Jahr 2019 fiel die Aufklärungsrate bei schweren Straftaten - mit 95,3 Prozent für Leib und Leben und 93,8 Prozent für Widerhandlungen gegen die sexuelle Integrität - besonders hoch aus. Die Zahl der Einbrüche ist mit 829 Fällen im Jahr 2019 nach wie vor gering, was seit dem Jahr 2012 eine Abnahme von 63 Prozent bedeutet.Im Betäubungsmittelbereich hat das Wallis keine offene Drogenszene. Im Jahr 2019 wurde ein Rückgang des Strassenhandels verzeichnet. Die Kantonspolizei hat jedoch erstmals das Auftauchen der Droge "Crack" im Wallis festgestellt, welche bei Konsumenten eine rasche und starke Abhängigkeit hervorruft. Um den Kampf gegen die Drogen zu verstärken, schenkten die Strafverfolgungsbehörden auch im Jahr 2019 Veranstaltungen und Festivals aller Art eine besondere Aufmerksamkeit, wobei zahlreiche Personen wegen Widerhandlungen verzeigt wurden.Obschon die Kriminalitätsrate im Wallis nach wie vor niedrig ist, stellte die Kantonspolizei eine Zunahme im Bereich der Internet-Kriminalität fest. Um diese Phänomene zu bekämpfen, hat die Polizei ein IT-Konzept entwickelt, welches es ermöglicht, effizienter mit Anzeigen umzugehen. Die Geschädigten werden dahingehend sensibilisiert, sich systematisch an die Kantonspolizei zu wenden, damit neue Phänomene so wirksam wie möglich bekämpft werden können.Im Strassenverkehr hat die Zahl der Todesopfer im Jahr 2019 zugenommen: 18 Menschen verloren ihr Leben auf den Walliser Strassen. Mehrere dieser tödlichen Unfälle ereigneten sich auf Bergstrassen, nachdem die Insassen aus dem Fahrzeug herausgeschleudert worden waren. Wie sich zeigte, hatten diese die Sicherheitsgurte nicht getragen. In diesem Zusammenhang werden im Jahr 2020 präventive und repressive Massnahmen durchgeführt. Die Zahl der Unfälle mit Personen- oder Sachschäden blieb trotz der deutlichen Zunahme des Verkehrs auf dem Walliser Strassennetz stabil. Die Ursachen dieser Unfälle sind nach wie vor auf die Nichteinhaltung des Vortritts (10,5 Prozent), Fahren unter Alkoholeinfluss (29,9 Prozent) sowie auf die Geschwindigkeit (11,4 Prozent) zurückzuführen.Das Ziel der Kantonspolizei im Jahr 2020 besteht darin, dieses gute Sicherheitsniveau weiterhin zu verstärken, damit das Wallis auch künftig ein sicherer Kanton bleibt./wh
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Oberwallis: Viel Aufmerksamkeit für unsere Hände

RRO - 23. März 2020 - 8:02
In Zeiten des Coronavirus stehen unsere Hände im Fokus. Waschen. Desinfizieren. Waschen. Desinfizieren. Darum ist eine richtige Handpflege jetzt wichtig.

So viel Aufmerksamkeit wie in diesen Zeiten haben wir unseren Händen wahrscheinlich noch nie geschenkt. Aufpassen, was wir anfassen, ist die Devise. Hände waschen. Desinfizieren. Nochmals Hände waschen. Bei manchen hat diese wichtige Hygiene in Zeiten von Corona schon erste Spuren hinterlassen. Die Haut wird trocken, spröde."Der Schutzmantel der Haut wird bei häufigem Händewaschen sehr beansprucht", erklärt Christine Baumann, Ärztin. Darum ist es wichtig auf die richtige Seife zu setzen. "Am besten waschen wir unsere Hände mit hautfreundlicher Seife. Mit ph-neutraler Seife." Und danach ganz wichtig: immer schön einfetten. "Dabei hilft schon eine gewöhnliche Handcrème." Tragen wir also Sorge zu einem wichtigen Instrument im Kampf gegen das Virus: Unseren Händen./ik
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Zermatt: Die Epidemie anno 1963

RRO - 23. März 2020 - 6:03
Schon einmal musste das Matterhorndorf eine Epidemie durchstehen. Im Jahr 1963 nämlich. Wie war das damals? Wo liegen die Unterschiede zur heutigen Corona-Krise? Zeitzeugen berichten.

Die Schule geschlossen, die Touristen weg, die Kranken isoliert: Im März 1963, also vor genau 57 Jahren, erleben die Zermatter eine Situation, die der heutigen gar nicht so unähnlich ist. Und doch irgendwie ganz anders war, wie sich zwei Zeitzeugen erinnern.Es begann an den Tagen rund um das Gornergrat-Derby. An welchem Tag exakt, weiss Amédée Biner nicht mehr genau. Auf jeden Fall irgendwann um den 19. März, denn das legendäre Skirennen organisierten die Zermatter immer um den Josefstag herum. "Als Mitglied der Musikgesellschaft ging ich in den Gemeindesaal, wo wir unsere Instrumente für den Umzug deponiert hatten. Als ich in den Saal kam, hiess es von überall: Hast du’s schon gehört? Wir haben den Typhus! In Zermatt!" Von da an sei es schnell gegangen: Innert drei Tagen, erinnert sich der heute 83-Jährige, seien sämtliche Touristen abgereist. Aus den 11'000 Personen, die das Matterhorndorf um diese Zeit normalerweise beherbergte, wurden innert kurzer Zeit 3000, wie in den damaligen Ausgaben des Walliser Boten nachzulesen ist.Der Typhus ist eine durch Bakterien übertragene Infektionskrankheit, die bei den Betroffenen unter anderem zu hohem Fieber, starkem Durchfall und in einigen Fällen bis hin zum Tod führen kann. Übertragen wird er durch menschliche Ausscheidungen, die beispielsweise ins Trinkwassersystem gelangen. Und genau so war es denn auch in Zermatt: Als Ursprung des Typhusausbruchs wurde lange Zeit ein infizierter italienischer Bauarbeiter genannt, dessen Ausscheidungen via Klärgrube in den Zmuttbach und von dort ins Zermatter Trinkwasserversorgungssystem gelangten. Lange Zeit nach dem Ausbruch wurde dann festgestellt, dass man die genaue Ursache wohl nie herausfinden würde."Zermatt war zuvor enorm schnell gewachsen. Damit einher gingen gewisse Infrastrukturprobleme", blickt Beat Perren auf die damalige Zeit zurück. Der heute 91-Jährige sass damals im Zermatter Gemeinderat und hatte als Verantwortlicher des Ressorts Gesundheit alle Hände voll zu tun. Angeordnet wurde eine breite Untersuchung aller Einheimischen und des Saisonpersonals, zudem wurden die Menschen angewiesen, nur noch Mineralwasser und gekochte Speisen zu sich zu nehmen. "Die Hygieneregeln gingen zwar weniger weit als heute, doch auch damals wurde man aufgefordert, für eine gründliche und fleissige Hygiene zu sorgen", sagt Amédée Biner.Als weitere Massnahme schlossen die Zermatter die Schule und richteten in den dortigen Räumlichkeiten ein Notspital ein, wo die Kranken und die Verdachtsfälle von der restlichen Bevölkerung abgeschottet wurden. Bald einmal marschierte auch die Armee im Matterhorndorf auf: eine 42 Mann starke Abteilung, die die Behörden beim Betrieb des Notspitals sowie bei den Tests der Bevölkerung unterstützte. "Das waren beinahe kriegsähnliche Zustände: Überall im Dorf sah man Soldaten, und Ambulanzen fuhren umher", weiss Biner zu berichten.Dennoch sollten sich innerhalb eines guten Monats 437 Menschen mit dem Typhus anstecken. 250 davon Schweizer oder in Zermatt angestelltes Personal, der Rest Ausländer. Mehr, als man im Matterhorndorf versorgen konnte: Mit dem Zug – die Strasse zwischen St. Niklaus und Zermatt glich damals eher einem Saumpfad – wurden Patienten in die Spitäler von Brig, Siders, Sitten, Martinach und Bern transportiert. Im Spital von Sitten wurden gar zwei Stockwerke komplett geräumt, um Platz für die Typhus-Patienten zu schaffen. Der Transport der Kranken sei denn auch eine der grössten Herausforderungen gewesen, sagt Beat Perren. Dies, da sich das Bahnunternehmen zunächst geweigert habe, ansteckende Patienten zu befördern. Erst nachdem der Staatsrat ein Machtwort gesprochen hatte, musste die Bahngesellschaft einlenken. Einige Patienten seien ausserdem von Helikopterpilot Hermann Geiger ausgeflogen worden.Trotz aller Anstrengungen forderte der Typhusausbruch in Zermatt schlussendlich drei Todesopfer: eine 62-jährige Zermatterin und Mutter von 13 Kindern, eine 22-jährige Hotelangestellte sowie einen 25 Jahre alten britischen Marinesoldaten, der sich in Zermatt im Skiurlaub befand. "Das war natürlich ein grosser Imageschaden für unser Dorf", weiss Amédée Biner. Denn über den Zermatter Typhus berichteten die Medien auch international – verzeichneten einige Länder doch kranke Personen, die aus Zermatt zurückgekehrt waren.Ebenfalls beachtlich war der wirtschaftliche Schaden: Als die Gäste das Dorf Hals über Kopf verliessen, herrschten perfekte Schneeverhältnisse. Rund ein Viertel der Einnahmen der Wintersaison seien ausgefallen, war im WB später zu lesen. Restaurants und Hotels mussten schliessen, da sie keine Gäste mehr hatten. Gleichzeitig beklagten sich die Gewerkschaften, dass den ausländischen Arbeitern die Pässe entzogen und dem Schweizer Personal der Lohn nicht ausbezahlt würde, um sicherzustellen, dass diese im Dorf blieben. Wenn die Situation überhaupt etwas Gutes gehabt habe, dann wohl, dass die Einheimischen während dieser Zeit näher zusammengerückt seien, glaubt Amédée Biner. Später dann wurden im Dorf ebenfalls Anpassungen gemacht. So investierte die Gemeinde kräftig in die Modernisierung ihrer Wasserinfrastruktur; zudem habe man für die Gemeinde einen Ambulanzdienst aufgezogen, erzählt Beat Perren.Trotz einiger Parallelen sind sich Biner und Perren aber einig, dass sich die heutige Situation so gar nicht mit dem Ausbruch des Typhus anno 1963 vergleichen lasse. Zum einen, da die "Epidemie" damals lokal begrenzt war. Vor allem aber sei die Krankheit weniger furchteinflössend gewesen: "Gegen den Typhus konnte man sich wenigstens schützen, indem man das Wasser abkochte – er verbreitet sich ja nicht über die Atmung", sagt etwa Beat Perren. Dementsprechend seien Zermatts Strassen im März 1963 trotz der Abreise der Gäste nie richtig leer gefegt gewesen. Nun hingegen, ergänzt Amédée Perren, werde er seine Tage gemeinsam mit seiner Frau im Haus verbringen. Zurück bleibe die Hoffnung, dass man doch auch dem Coronavirus einmal Meister werde, wenn sich nur alle an die Verhaltensregeln halten würden./pac
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Als der Typhus die Touristen aus Zermatt vertrieb

http://www.1815.ch - 23. März 2020 - 6:00
Die Schule geschlossen, die Touristen weg, die Kranken isoliert: Im März 1963, also vor genau 57 Jahren, erleben die Zermatter eine Situation, die der heutigen gar nicht so unähnlich ist. Und doch irgendwie ganz anders war, wie sich zwei Zeitzeugen erinnern.
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Erster Notstand in Friedenszeiten

http://www.1815.ch - 23. März 2020 - 0:26
Die Landesregierung handelt derzeit im Alleingang. Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg. Und fast ohne Kritik. Aber die Entscheide werden schon in kurzer Zeit viel zu reden geben.
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Message vom Bundesrat angekommen

http://www.1815.ch - 22. März 2020 - 21:00
Am vergangenen Freitag zückte der Bundesrat die gelbe Karte, als er Menschenansammlungen von über 5 Personen ab sofort untersagte und damit vorerst kein generelles Ausgangsverbot verhängte. Der Grossteil der Bevölkerung hat inzwischen den Ernst der Lage erkannt. So hielten sich am Wochenende vergleichsweise wenig Leute im Freien auf.
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Wallis: Message vom Bundesrat angekommen

RRO - 22. März 2020 - 20:32
Am vergangenen Freitag untersagte der Bundesrat Menschenansammlungen von über fünf Personen ab sofort. Der Grossteil der Bevölkerung hat den Ernst der Lage inzwischen erkannt.

Dies zeigte sich bereits am Samstag in den grossen Oberwalliser Talgemeinden. Im Visper Naherholungsgebiet Chatzuhüs beispielsweise, wo sich an einem sonnigen Samstagnachmittag normalerweise sehr viele Personen aufhalten, war wenig bis gar nichts los. Ein paar vereinzelte Fussgänger – maximal zu zweit – und der eine oder andere Läufer, ansonsten ein Bild wie in einer Geisterstadt. So war auch auf dem Spielplatz keine einzige Menschenseele anzutreffen. Natürlich gibt es immer die eine oder andere Ausnahme. So spielten etwa sechs junge Leute auf einem Platz Fussball, was ja laut der neuen Weisung eigentlich verboten ist. Darauf angesprochen, zeigten sich die Fehlbaren uneinsichtig: Ihr Kommentar: "Merci, dass ihr unser Spiel versaut habt." Was unweigerlich an das Facebook-Video mit dem jungen Stadtzürcher erinnerte, dessen einzige Sorge darin bestand, dass sein Coiffeur jetzt nicht mehr seine Koteletten trimmen darf.Abgesehen von solchen Ausnahmen zeigen sich die meisten in der aktuellen Krisensituation sehr solidarisch. Das Gros der Menschen respektiert die Weisungen und Empfehlungen des Bundesrats und geht auf Distanz. Was sicher auch an den verschärften Kontrollen der Polizei liegt. Sowohl in Visp wie auch in Brig haben die Ordnungshüter am Wochenende emsig patrouilliert.Das Resultat konnte sich sehen lassen. So war etwa der beliebte Spiel- und Fussballplatz an der Gliser Englisch-Gruss-Strasse praktisch leergefegt. Aber auch im Gliser Biotop oder im Schlossgarten des Briger Stockalperschlosses sah man nur vereinzelte Leute oder kleinere Gruppen mit maximal vier Personen. Mario Schaller, Kommunikationsverantwortlicher des Führungsstabs von Brig-Glis bestätigt diesen Eindruck: "Wir konnten am Wochenende beobachten, dass sich die Leute wirklich an die neue Weisung halten. Gleichwohl sehen wir das Bedürfnis der Bevölkerung, einmal am Tag nach draussen zu gehen. So sind nach wie vor Spaziergänger und Velofahrer unterwegs, wobei die Regel mit maximal fünf Personen pro Gruppe gut eingehalten wird." Insgesamt seien schon deutlich weniger Menschen im Freien als noch während der letzten Woche. Der Führungsstab von Brig-Glis setzt bei der Umsetzung der neuen Weisung auf ein bewährtes vernetztes System, wobei bestimmte Personen über 40 Hotspots sowohl tagsüber wie auch nachts im Auge behalten. "Bei Verfehlungen können wir dann sehr schnell reagieren", so Schaller. Auf die Frage, ob übers Wochenende auch Bussen ausgesprochen werden mussten, sagt er: "Stand Sonntagmorgen gabs keine entsprechenden Meldungen. Die Bilanz wird heute Montag gezogen. Wenn, dann waren die Bussen in einem sehr kleinen Rahmen." Erfreulich sei unter dem Strich, dass die Weisung des Bundesrats Wirkung gezeigt habe. Es sei klar feststellbar, dass die Menschen ihr Verhalten geändert hätten. Wenn nötig, würde beim Spazieren die Strassenseite gewechselt, die Leute gingen generell auf Distanz und man sehe auch kaum noch ältere Menschen zusammen mit jungen. Er hoffe, dass dies nicht nur in Brig-Glis, sondern auch in den anderen Gemeinden der Fall sei.Michael Kreuzer, Visper Gemeinderat und Ressortleiter Sicherheit, bestätigt: "Die Bevölkerung in Visp hält sich gut an die Vorgaben des Bundesrates. Der Grossteil der Bevölkerung bleibt zu Hause." Bisher sei es nicht nötig gewesen, Bussen auszusprechen oder die Polizeipräsenz zu erhöhen. Das gute Mitmachen der Bevölkerung zeige, dass die Leute wüssten, dass das Befolgen der Schutzmassnahmen entscheidend sei, um die Situation rasch zu verbessern und somit schneller zur Normalität zurückkehren zu können.Auch auf gesamtkantonaler Ebene ist der Bevölkerung übers Wochenende die Notwendigkeit der Einhaltung dieser Massnahmen bewusster geworden, teilt die Kantonspolizei mit. Dennoch wurden bei der Staatsanwaltschaft 17 Anzeigen erstattet. Diese richteten sich vor allem gegen Geschäfte und öffentliche Betriebe wegen Nichteinhaltung der Schliessungspflicht. Ebenfalls angezeigt wurden die Veranstalter einer Familienfeier auf einem öffentlichen Platz. Parallel zu diesen Anzeigen wurden 28 Personen wegen Verstosses gegen das Versammlungsverbot oder wegen Missachtung der sozialen Distanz zu einer Geldstrafe verurteilt./mk
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17 Anzeigen wegen Nichteinhaltung der Corona-Massnahmen

http://www.1815.ch - 22. März 2020 - 18:49
Die Kantonspolizei erhöht ihre Präsenz wegen der Corona-Krise. Die Bevölkerung hält sich mehrheitlich an die Massnahmen. Trotzdem wurden 17 Anzeigen erstattet. 28 Personen brummte die Polizei eine Geldstrafe auf.
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Wallis: Bleiben Sie zu Hause!

RRO - 22. März 2020 - 18:39
Nun haben wir die Möglichkeit, uns solidarisch zu zeigen. Denn jeder und jede ist von der Krise betroffen. Folgen wir den Empfehlungen des Bundesrats und bleiben zu Hause.

Bleiben Sie zu Hause, insbesondere wenn Sie krank sind oder 65 Jahre alt oder älter sind. Es sei denn, Sie müssen zur Arbeit gehen und können nicht von zu Hause aus arbeiten; es sei denn, Sie müssen zum Arzt oder zur Apotheke gehen, oder Sie müssen Lebensmittel einkaufen oder jemandem helfen.Der Bundesrat und die Schweiz zählen auf Sie. 
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Wallis: 17 Anzeigen wegen Nichteinhaltung der Corona-Massnahmen

RRO - 22. März 2020 - 18:27
Die Kantonspolizei erhöht ihre Präsenz wegen der Corona-Krise. Die Bevölkerung hält sich vermehrt an die Massnahmen. Trotzdem wurden 17 Anzeigen erstattet.

Die Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus werden auf dem gesamten Kantonsgebiet von der Kantonspolizei mit Unterstützung der Gemeindepolizei und der Eidgenössischen Zollverwaltung streng kontrolliert. Während des Wochenendes gab es zwar einen deutlichen Anstieg des Bewusstseins in der Bevölkerung, dennoch waren Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft und Geldstrafen gegen Personen notwendig. Wie es in einer Medienmitteilung der Kantonspolizei heisst, wurden 17 Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft erstattet. Sie richteten sich vor allem gegen Geschäfte und öffentliche Betriebe wegen Nichteinhaltung der Schliessungspflicht. Die Veranstalter einer Familienfeier auf einem öffentlichen Platz wurden ebenfalls angezeigt. Parallel zu diesen Anzeigen wurden 28 Personen wegen Verstosses gegen das Versammlungsverbot oder wegen Missachtung der sozialen Distanz zu einer Geldstrafe verurteilt. Zudem hat die Kantonspolizei von Fällen Kenntnis genommen, bei der Personen ihre Dienste älteren Menschen angeboten haben, um für sie die Einkäufe zu erledigen. Nachdem das Geld übergeben wurde, tauchten die Personen jedoch nicht mehr auf. Wie es in der Mitteilung weiter heisst, wird daher empfohlen, dass sich Personen, die Hilfe benötigen, auf der Plattform suisseresponsable.ch registrieren.Zusätzlich zu ihren Aktionen gegen die Verbreitung des Coronavirus nimmt die Kantonspolizei weiterhin ihre grundlegenden Aufgaben im Kampf gegen die Kriminalität und die Verkehrssicherheit wahr. Obwohl die Verstösse gegen das Strafgesetzbuch im ganzen Kanton stark zurückgegangen sind, wurde eine Geschwindigkeitsüberschreitung mit 75 km/h auf einem auf 30 km/h begrenzten Abschnitt festgestellt und erfüllt somit den Tatbestand eines Raserdelikts. Ein weiter Lenker wurde mit 61 km/h auf einer auf 30 km/h begrenzten Strasse registriert. In einer auf 80 km/h begrenzten Baustelle auf der Autobahn wurde ein Autofahrer mit einer Geschwindigkeit von 124 km/h geblitzt./bl
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Für mehr aufmunternde Gedanken: Unterwegs mit Corni

http://www.1815.ch - 22. März 2020 - 16:14
Patrick Henzen will in der angespannten Lage etwas Aufmunterung in den Alltag bringen. Deswegen macht er Fotoshootings mit seinem Plüsch-Steinbock Corni.
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Oberwallis: Unterwegs mit guten Gedanken und Corni

RRO - 22. März 2020 - 16:12
Patrick Henzen will in der angespannten Lage etwas Aufmunterung in den Alltag bringen. Deswegen macht er Fotoshootings mit seinem Plüsch-Steinbock Corni.

Für viele ist der Alltag zurzeit von Isolation und Einsamkeit geprägt. Patrick Henzen hatte deshalb eine Idee: Um in dieser Zeit etwas aufzumuntern und den Menschen etwas von der Natur zeigen zu können, macht er Fotoshootings mit seinem Plüsch-Steinbock Corni. "Viele können momentan nicht raus und sind alleine. Ich bin diese Tage unterwegs um Corni an verschiedenen Orten zu fotografieren. Natürlich unter Einhaltung der Sicherheitsempfehlungen, denn ich bin alleine unterwegs." So führte ihn sein Weg auch in die Pomona vor das Radiostudio. "Ich wollte auch hier ein Foto machen um allen Mitarbeitern von rro meinen Dank auszusprechen, dass sie uns weiterhin unterhalten und informieren." Patrick Henzen postet diese Fotos drei Mal täglich. Zu sehen sind diese auf seinem Facebook-Profil./zy
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Vermisste Person in Fully tot aufgefunden

http://www.1815.ch - 22. März 2020 - 13:53
Am Dienstag wurde in der Region von Fully eine Person tot aufgefunden. Es handelt sich dabei um den 63-jährigen Jan K.
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